Moderne Prothesen und was sie alles können

Wettkampf bei den ParalympicsProthesen: Für viele Menschen, die mit einem nicht oder unterentwickelten Körperteil geboren worden sind oder durch einen Unfall eine Extremität verloren haben, können sie die Welt bedeuten. Moderne Technologien haben dazu beigetragen, dass heutzutage keiner mehr mit mittel-alterlichen Holzstümpfen unterwegs sein muss, sondern dass die Prothese alle Funktionen des ersetzten Körperteils erfüllen kann. Das Ergebnis ist noch nicht ganz perfekt, jedoch kommt die aktuelle Forschung und Umsetzung der Realität ziemlich nahe.

Prothesen – Wunderwerke der Technik

Haben früher Handwerker Prothesen hergestellt, so nutzen heutzutage Ingenieure, Naturwissenschaftler und Mediziner ihr Wissen, um die Entwicklung von immer besser funktionierende Prothesen voranzutreiben. Menschen, die nicht auf Prothesen angewiesen sind, machen sich keine Gedanken darüber, was der Körper binnen Millisekunden alles leisten muss, um auch nur den kleinen Zeh zu bewegen. Das Gehirn sendet Signale über Nervenbahnen zu den entsprechenden Muskeln, die in einer gegebenen Situation gebraucht werden, was in Bewegung resultiert. Entwickler von Prothesen versuchen, diesen Gehirn-Nerv-Muskel-Weg nachzuempfinden. Derzeit wird versucht, Prothesen herzustellen, die Gedanken, d.h. die Intention der “Bewegung”, lesen und in Muskelbewegung umsetzen können. Der Besitz einer Prothese geht jedoch nicht ohne Training einher. Einige Modelle von Handprothesen sind jetzt in der Lage Muskelanspannungen des angrenzenden Körperteils zu registrieren und Sensoren, die in die Prothese eingebaut sind, setzen diese in Bewegung um. Die Mehrheit aller Prothesen, die derzeit getragen werden, weist jedoch noch nicht eine solche Komplexität auf, da es auch eine Kostenfrage ist. Krankenkassen haben dabei auch noch ein Wort mitzureden.

Vom geschnitzten Holzduplikat zum Hightechträger

Wie belastbar und ausgefeilt Prothesen mittlerweile sind, zeigt sich bei Menschen mit Prothesen, die Leistungssport betreiben. Kurzstreckenläufer beweisen mit exzellenten Zeiten, wie weit die Prothetik mittlerweile schon ist. Prothesen halten Extrembedingungen stand und sind dabei fast genauso leistungsfähig, wie das “Original”. Mithilfe der Bionik, die biologische und technische Eigenschaften eint, konnten Prothesen mehr auf den eigentlichen Nutzen ausgerichtet werden, als nur ein fehlendes Körperglied optisch zu ersetzen. Der Trend geht dabei weg von der Ästhetik, die früher wichtiger war, zur Funktionalität. Auch in der Technik für Handprothesen ist man nun so weit, dass die gesamte Hand nicht nur geöffnet und geschlossen werden kann, sondern auch einzelne Finger. Gerade auf diesem Gebiet sind die Fortschritte enorm. Die Hand besitzt eine Vielzahl aus sensiblen Nerven, die die vielen Muskeln der Hand innervieren und zur Bewegung beitragen. Dauerhafte Verletzungen oder Amputationen an den Händen haben einschlägige Folgen. Gleiches gilt für die Zehen, die unverzichtbar für die Fortbewegung sind.

Die Zeiten der plumpen Holzstümpfe sind lange vorbei

Was Prothesen mittlerweile bewerkstelligen können, ist enorm. Auch wenn jede Neuerung in der Prothetik einem kleinen technischen Wunder gleichkommt, so ist doch noch viel zu tun. Gerade hier zeigt sich, wie komplex der menschliche Körper eigentlich aufgebaut ist und wie viele Fähigkeiten er besitzt. Allein die Menge und verschiedenen und schnellen Bewegungen, die die Hand und ihre Finger ständig meistern, sind schwer in der Praxis umzusetzen. Je komplexer die Funktionen sind, die eine Prothese erfüllen kann, desto besser für den Träger der Prothese. Gleichzeitig steigt jedoch der Preis, der nicht von allen gezahlt werden kann. Daher wundert es nicht, dass die Entwicklung von Beinprothesen der von Handprothesen weit voraus ist.

Bild: Shariff Che’Lah – Fotolia

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