Räumliches Fernsehen ohne 3D-Brille

3D FernseherWer bereits einmal die Gelegenheit hatte, dreidimensional bzw. räumlich fernzusehen, wird es bestätigen können: Diese Art zu sehen ist faszinierend, weil sie uns unsere Umwelt plastischer wahrnehmen lässt. Der einzige Wermutstropfen, den das räumliche Sehen bisher mit sich brachte, ist die 3D-Brille.

3D-Träume der 1950er Jahre

Fest steht, dass der Traum vom räumlichen Sehen mindestens so alt ist, wie das Phänomen Fernsehen selbst. Schon seit den 1950er Jahren mit dem Einzug der Flimmerkiste in unsere Wohnzimmer laborieren Tüftler daran, das Sehen zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen. Da es zu dieser Zeit ausschließlich Schwarz-Weiß-Fernsehen gab, konnte der Zuschauer das 3D-Fernsehen nur im Kino erleben. Für das plastische Sehen und die notwendige Farbwiedergabe auf Grund der rot-grün eingefärbten Brillen war es für Filmemacher unerlässlich, mit roten und grünen Bildern zu arbeiten, welche leicht versetzt projeziert wurden. Diese Technik konnte seinerzeit nur im Kino umgesetzt werden. In den 1980er Jahren versuchte man sich erneut am räumlichen Sehen im Hinblick auf das heimische TV-Gerät – wegen der PAL-Technik blieben diese Versuche aber ohne Erfolg. Erst um 2000 herum begann man wieder, sich mit der Weiterentwicklung der Technik zu beschäftigen. Spezielle Brillen ermöglichen seitdem ein spezielles Sehabenteuer, mit denen mittlerweile auch zu Hause ein räumliches Sehen am Fernseher möglich ist.

Neuste Technologie: 3D ohne Brille?

Was da an Neuigkeiten von der letztjährigen und diesjährigen IFA verbreitet wurde, ist nahezu sensationell: Der Hersteller Toshiba rechnet damit, in diesem Jahr ein serienreifes TV-Modell, welches man dann auch online z.B. mit Hilfe der Sofortüberweisung kaufen und bezahlen kann auf den Markt zu bringen, das 3D-Sehen ohne eine spezielle Brille ermöglichen soll. Viele Hersteller basteln seit Jahren daran, eine geeignete Technologie zu finden, bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Schließlich muss ein solches Fernseherlebnis für mehrere Personen gleichzeitig funktionieren, d.h. ein bestimmter Winkel und eine bestimmte Sitzposition musste bisher dafür eingenommen werden. Das klingt zunächst nicht nach einem gemütlichen und aufregenden Fernsehabend. Toshiba arbeitet nun mit lentikulären Linsen, die mehrere Zuschaueraugen gleichzeitig mit einem spektakulären 3D-Bild versorgen können. Zudem gleicht die Technologie Kopfbewegungen aus. In Japan, dem Land der zukunftsweisenden Technologien, sind diese Fernseher bereits auf dem Markt und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Ein solches Fernsehgerät muss für einen entsprechenden 3D-Effekt eine gewisse Größe haben, was sich letztendlich auch wieder mit auf den Preis auswirkt.

Was auf uns zukommt

Sicherlich wird es noch einige Jahre brauchen, damit die heimische 3D-Fernsehstation ohne Sehhilfe ausgereift sein wird und sich Standards entwickeln. Dennoch sind Hersteller bereits auf einem guten Weg und wir dürfen sicher sein, dass man nun die Entwicklung weitertreiben wird. Schließlich gibt es – und das zeigen Kinobesucherzahlen im Hinblick auf 3D-Filme – eine große Nachfrage nach dieser Technologie. 3D ist die Innovation für das zukünftige Fernseherlebnis.

Bild von: Rumkugel – Fotolia

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